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                <title>Eraclio und Argila</title>
                <author>Lessing</author>
                <respStmt>
                    <resp>Übersetzung</resp>
                    <name>Lessing</name>
                </respStmt>
                <respStmt>
                    <resp>Digitale Edition </resp>
                    <name>Christian Werner </name>
                    <name>Marcus Baumgarten </name>
                </respStmt>
                <respStmt>
                    <resp>Projektleitung </resp>
                    <name>Dr. Helmut Berthold </name>
                </respStmt>
                <respStmt>
                    <resp>Herausgegeben von </resp>
                    <name type="org">Lessing Akademie </name>
                </respStmt>
                <funder>Deutsche Forschungsgemeinschaft </funder>
            </titleStmt>
            <editionStmt>
                <edition>Digitale Edition der Übersetzungen Lessings</edition>
            </editionStmt>
            <publicationStmt>
                <publisher>
                    <name type="org">Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel </name>
                    <address>
                        <street>Schloßplatz 2</street>
                        <name type="city">Wolfenbüttel </name>
                        <postCode>D-38299 </postCode>
                        <name type="country">Germany </name>
                    </address>
                </publisher>
                <date when="2007-03-22" type="issued">2007 </date>
                <date type="digitised"/>
                <distributor>Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel </distributor>
                <availability status="free">
                    <p>Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel ( <ref
                            target="http://diglib.hab.de/?link-012">copyright information </ref>)
                    </p>
                </availability>
            </publicationStmt>
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                <biblStruct>
                    <analytic xml:lang="de" xmlns:xml="http://www.w3.org/XML/1998/namespace">
                        <author>Lessing, Gotthold Ephraim</author>
                        <title level="a">Eraclio und Argila</title>
                    </analytic>
                    <monogr>
                        <title level="m">Lessing's Werke</title>
                        <author>Lessing, Gotthold Ephraim</author>
                        <imprint>
                            <biblScope type="vol">Elfter Theil.</biblScope>
                            <biblScope type="part">Kleinere Schriften zur dramatischen Poesie und
                                zur Fabel.</biblScope>
                            <biblScope type="issue">Zweite Abtheilung.</biblScope>
                            <biblScope type="pp">683 - 685</biblScope>
                            <publisher>Boxberger, Robert (anonym); Hempel, Gustav</publisher>
                            <pubPlace>Berlin</pubPlace>
                            <date>1876</date>
                        </imprint>
                    </monogr>
                    <series xml:lang="de" xmlns:xml="http://www.w3.org/XML/1998/namespace">
                        <title level="s">Lessing's Werke. Erster bis Zwanzigster Theil</title>
                        <editor>Gustav Hempel</editor>
                    </series>
                </biblStruct>
            </sourceDesc>
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                <p xml:id="lport">
                    <ref target="http://diglib.hab.de/?link-XXX">Digitale Edition der Übersetzungen
                        Lessings </ref>
                </p>
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    </teiHeader>
    <!-- Das zweite spaker-tag angucken, ob der zwei Fragezeichen. -->
    <text>
        <body>
            <pb n="683"/>
            <note type="annotation" resp="editor">[Eraclio und Argila.] <p>Wir geben das folgende Bruchstück, und zwar <hi
                        rend="spaced">zum ersten Male</hi>, gleichfalls aus den Breslauer
                    Papieren. Die beigeschriebenen spanischen Worte und die in dem Fragment
                    vorkommenden Oertlichkeiten lassen vermuthen, daß es eine Uebersetzung aus dem
                    Spanischen ist; doch ist es uns nicht gelungen, das Original aufzufinden. Das
                    Ganze steht auf einem Folioblatt, der Anfang fehlt.</p></note>
            <ab type="rule">--------------</ab>
            <div type="drama">
                <head type="maintitle"><supplied resp="werner">No ay cosa buena por fuerza</supplied></head>
                <div>
                    <sp>
                        <p>ner plötzlichen Abreise Nachricht geben soll? Siehe, ob ich Zeit
                            <lb/>meines Lebens ein so gutes Gedächtniß gehabt habe. Was willst
                            <lb/>Du sagen?</p>
                    </sp>
                    <sp>
                        <speaker>Barbacio</speaker>
                        <ab>. <note type="footnote" n="1">Der Name ist undeutlich. Unter dem Texte
                                steht: <q><hi rend="font-family: antiqua">dentro</hi>, innerhalb.<lb/>
                                    <hi rend="font-family: antiqua">dentro de si. dentro de pocos
                                        dias</hi></q>. - A. d. H.</note></ab>
                        <p>Ich will nichts, als daß wir uns alsobald auf<lb/> die Reise machen.</p>
                    </sp>
                    <sp>
                        <speaker><choice><abbr>Garr (??)</abbr><expan>Garron</expan></choice></speaker>
                        <ab>.</ab>
                        <p>Wenn Du die Argila nicht noch sehen willst, so<lb/> liegt es blos an Dir,
                            wenn wir länger zaudern.</p>
                    </sp>
                    <sp>
                        <speaker><choice><abbr>Barb</abbr><expan>Barbacio</expan></choice></speaker>
                        <ab>.</ab>
                        <p>Ich würde meinen Schmerz nur vermehren. Wir<lb/> wollen ja ohnedem in ein
                            paar Tagen wieder zurück sein.</p>
                    </sp>
                    <pb n="684"/>
                    <sp>
                        <speaker><choice><abbr>Garr</abbr><expan>Garron</expan></choice></speaker>
                        <ab>.</ab>
                        <p>Nun, so komm! Die Pferde warten schon.</p>
                    </sp>
                    <sp>
                        <speaker><choice><abbr>Barb</abbr><expan>Barbacio</expan></choice></speaker>
                        <ab>.</ab>
                        <p>Lebe wohl, glückliches Canturien! Meine Seele ver<c type="bindestrich">-</c><lb/>läßt Dich voller
                            Furcht, und ich weiß nicht, was sie niederschlägt.</p>
                    </sp>
                </div>
                <div type="scene">
                    <head type="section">Zweiter Auftritt.</head>
                    <stage type="setting" rend="font-weight: bold">Eraclio, ein Alter am Stocke.
                        Argila, seine Tochter. Claudio, sein Sohn,<lb/> und Roselio, ein Bedienter.</stage>
                    <sp>
                        <speaker>Claudio</speaker>
                        <ab>.</ab>
                        <p>Ich habe alle Ehrfurcht für Dein graues Alter;<lb/> allein es kömmt mir
                            doch als etwas ganz Besonderes an Dir vor,<lb/> daß Du uns in aller
                            Stille so eilig hast lassen hieher rufen.</p>
                    </sp>
                    <sp>
                        <speaker>Eraclio</speaker>
                        <ab>.</ab>
                        <p>Wundre Dich nicht, Claudio, daß ich mich ent<c type="bindestrich">-</c><lb/>schlossen habe, von
                            unterschiedenen Sachen eine Probe zu machen.</p>
                    </sp>
                    <sp>
                        <speaker>Claudio</speaker>
                        <ab>.</ab>
                        <p>Was ist Dein Wille?</p>
                    </sp>
                    <sp>
                        <speaker>Eraclio</speaker>
                        <ab>.</ab>
                        <p>Ihr sollt es gleich erfahren, weswegen ich Euch<lb/> habe rufen
                        lassen.</p>
                    </sp>
                    <sp>
                        <speaker>Argila</speaker>
                        <ab>.</ab>
                        <p>Himmel! Wenn er es wissen sollte, daß ich liebe!<lb/> und daß ich den
                            Barbacio liebe! <stage type="delivery" rend="font-size: small"
                                >(Beiseite.)</stage></p>
                    </sp>
                    <sp>
                        <speaker>Eraclio</speaker>
                        <ab>.</ab>
                        <p>Roselio, verschließe die Thüre und mache sie die<lb/> Zeit über Keinem
                            auf, er mag auch noch so unverschämt rufen!</p>
                    </sp>
                    <sp>
                        <speaker>Roselio</speaker>
                        <ab>.</ab>
                        <p>Ich will Dir sogleich gehorchen.</p>
                    </sp>
                    <sp>
                        <speaker>Claudio</speaker>
                        <ab>.</ab>
                        <p>Ich weiß nicht, was das bedeuten soll, und was<lb/> mein Vater im Sinne
                            hat.</p>
                    </sp>
                    <sp>
                        <speaker>Argila</speaker>
                        <ab>.</ab>
                        <p>Und ich prophezeihe mir schon den Tod.</p>
                    </sp>
                    <sp>
                        <speaker>Eraclio</speaker>
                        <ab>.</ab>
                        <p>Nehmt die beiden Stühle; denn es ist nöthig, daß<lb/> Ihr Euch zu dem,
                            was ich sage, niedersetzt.</p>
                    </sp>
                    <sp>
                        <speaker>Claudio</speaker>
                        <ab>.</ab>
                        <p>Was muß das für eine besondere Neuigkeit sein!</p>
                    </sp>
                    <stage type="business" rend="font-size: small">(Sie setzen sich, und <hi
                            rend="spaced">Eraclio</hi> setzt sich in die Mitte.)</stage>
                    <sp>
                        <speaker>Eraclio</speaker>
                        <ab>.</ab>
                        <p>Ihr wißt es allzu wohl, liebsten Kinder, wie sehr<lb/> ich Euch schätze,
                            und daß es allezeit meine Sorge gewesen ist, Eure<lb/> Umstände zu
                            verbessern. Ihr wißt auch, daß mein Leben an dem<lb/> letzten Faden
                            hängt, der zugleich der schwächste ist, und daß ich<lb/> unsicher bin,
                            daß ihm nicht die grausame Sense des Todes drohe,<lb/> ohne daß es an
                            einem andern hänge. Ehe also dieser Schritt noch<lb/> geschieht, will
                            ich Euch, meine lieben Kinder, Beide in einen Stand<lb/> versetzen, den
                            Euch der Himmel recht anträgt. Seitdem Ihr in<lb/> der Welt seid, habe
                            ich nie wahrgenommen, daß Ihr weltlich ge<c type="bindestrich">-</c><lb/>sinnt wäret oder einigen
                            Lastern anhinget. Ich habe nie gesehen,<lb/> daß Ihr mit schändlichen
                            Lüsten Eure Zeit zubringet, welche die<lb/> Liebe den Menschen, die ihr
                            dienen, anbietet. Eure Neigungen<lb/> sind allezeit besonders tugendhaft
                            gewesen, ohne jugendliche Ver<c type="bindestrich">-</c><lb/>gehungen und ohne große
                            Gefährlichkeiten. Ich habe Euch dero<c type="bindestrich">-</c><lb/>halben in Betrachtung der
                            Tugend, die Ihr allezeit gezeigt habt,<lb/> Zweierlei ausgesucht, was
                            Euch Vortheil und Ehre bringen wird.<lb/> Was Dich also anbelangt,
                            Claudio, weil ich sehe, daß Du die<lb/> Wissenschaften liebst, so habe
                            ich Deinetwegen mit dem Erzbischof<lb/> von Canturien gesprochen und ihn
                            ersucht, er möchte erlauben,<lb/> daß Ihr in einem Tage den Habit
                            anlegen könntet, welcher einem<lb/> Verwalter Christi geziemet. Er
                            versprach mir es und versprach<lb/> mir noch darzu, Euch zum Bischof von
                            Baltridente zu machen, mit<lb/> einem Einkommen, das für diese Bedienung
                            zureichend ist. Ich<lb/> nahm das Versprechen an und gab mein Wort, daß
                            Du, Clau<c type="bindestrich">-</c><lb/>dio, heute noch Meßpriester werden solltest, ob Du gleich
                            so<lb/> vieler Ehre unwerth seist. Was aber Dich anbetrifft, Argila,
                            so<lb/> hat mir, zu Ehren Deines guten Vorsatzes, die Aebtissin von<lb/>
                            Santa Isabel einen Schleier für Dich angeboten. Sie sagte mir,<lb/> daß
                            Du vor zwei Jahren sie aus einem göttlichen Eifer selbst darum<lb/>
                            ersucht hättest, und daß sie Dir ihn gern geben wollte. Ich gab<lb/>
                            gleichfalls mein Wort und glaube heute noch zwei Kinder zu haben,<lb/>
                            wovon das eine ein Bischofshut und das andre ein Franciscaner<c type="bindestrich">-</c><lb/>habit zieren wird. Ganz Can-<note type="footnote" n="1">
                                <p>Hiermit bricht das Fragment ab. Am Rande steht: <lb/><q><hi
                                            rend="font-family: antiqua">asir</hi>, nehmen,
                                        verbinden. <lb/><hi rend="font-family: antiqua">roto</hi>,
                                        zerrissen, zerbrochen. <lb/><hi rend="font-family: antiqua"
                                            >gastado</hi>, verderbt, verzehrt. <lb/><hi
                                            rend="font-family: antiqua">hilo</hi>, ein Faden.
                                            <lb/><hi rend="font-family: antiqua">cuchillo</hi>, ein
                                        Messer. <lb/><hi rend="font-family: antiqua">amenazar</hi>,
                                        ein Messer. <lb/><hi rend="font-family: antiqua"
                                        >llegar</hi>, anlangen. <lb/><hi rend="font-family: antiqua"
                                            >golpe</hi>, Schlag. <lb/><hi
                                            rend="font-family: antiqua">nunca</hi>, niemals.
                                            <lb/><hi rend="font-family: antiqua">metido</hi>,
                                        gesetzt. <lb/><hi rend="font-family: antiqua">mocedad</hi>,
                                        Jugend. <lb/><hi rend="font-family: antiqua">dispensar</hi>,
                                        erlauben. <lb/><hi rend="font-family: antiqua">aceptar</hi>,
                                        annehmen. <lb/><hi rend="font-family: antiqua">gozo</hi>,
                                        Freude. <lb/><hi rend="font-family: antiqua">gozoso</hi>,
                                        erfreut. <lb/><hi rend="font-family: antiqua">el
                                        parabien</hi>, Glückwunsch. <lb/><hi
                                            rend="font-family: antiqua">descanso</hi>, Ruhe.</q> -
                                    A. d. H.</p>
                            </note></p>
                    </sp>
                </div>
            </div>
        </body>
    </text>
</TEI>

