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            <titleStmt>
                <title>[Auszüge aus Stücken des Otway und Wycherley.]</title>
                <author>Gellert</author>
                <respStmt>
                    <resp>Digitale Edition </resp>
                    <name>Christian Werner </name>
                    <name>Marcus Baumgarten </name>
                </respStmt>
                <respStmt>
                    <resp>Projektleitung </resp>
                    <name>Dr. Helmut Berthold </name>
                </respStmt>
                <respStmt>
                    <resp>Herausgegeben von </resp>
                    <name type="org">Lessing Akademie </name>
                </respStmt>
                <funder>Deutsche Forschungsgemeinschaft </funder>
            </titleStmt>
            <editionStmt>
                <edition>Digitale Edition der Übersetzungen Lessings </edition>
            </editionStmt>
            <publicationStmt>
                <publisher>
                    <name type="org">Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel </name>
                    <address>
                        <street>Lessingplatz 1 </street>
                        <name type="city">Wolfenbüttel </name>
                        <postCode>D-38299 </postCode>
                        <name type="country">Germany </name>
                    </address>
                </publisher>
                <date when="2007-03-22" type="issued">2007 </date>
                <date type="digitised"/>
                <distributor>Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel </distributor>
                <availability status="free">
                    <p>Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel ( <ref
                            target="http://diglib.hab.de/?link=012">copyright information </ref>)
                    </p>
                </availability>
            </publicationStmt>
            <sourceDesc>
                <biblStruct>
                    <analytic xml:lang="de" xmlns:xml="http://www.w3.org/XML/1998/namespace">
                        <author>Lessing, Gotthold Ephraim</author>
                        <title level="a">[Auszüge aus Stücken des Otway und Wycherley.]</title>
                    </analytic>
                    <monogr>
                        <author>Lessing, Gotthold Ephraim</author>
                        <title level="m">Gotthold Ephraim Lessings Sämtliche Schriften /
                            Herausgegeben von Karl Lachmann. Aufs neue durchges. und verm. von
                            Wendelin von Maltzahn. Bd. 11, 1</title>
                        <imprint>
                            <publisher>Göschen</publisher>
                            <pubPlace>Leipzig</pubPlace>
                            <date>1857</date>
                        </imprint>
                    </monogr>
                </biblStruct>
            </sourceDesc>
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                <p xml:id="lport">
                    <ref target="http://diglib.hab.de/?link=XXX">Digitale Edition der Übersetzungen
                        Lessings </ref>
                </p>
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             <div>
                <pb n="36"/>
                <head type="maintitle"><add resp="baumgarten">[Auszüge aus Stücken des Otway und
                    Wycherley.]</add></head>
                <head rend="font-family: antiqua" type="subtitle">The soldiers Fortune by Otway.</head>
                <head>Den 25 September 1756.<note type="footnote" n="1" resp="editor">Ein Octavheft
                        unter den <hi rend="spaced">Breslauer Papieren</hi>, mit dem Titel <q><hi
                                rend="spaced">den 25. September </hi>1756.</q> Aus diesem Hefte,
                        welches Lachmann vergessen hat mitzutheilen gab G. E. <hi rend="spaced"
                            >Guhrauer</hi> in den <hi rend="spaced">Blättern f. litter.
                        Unterhaltung</hi> 1843 Nr. 247 einige Auszüge. Der Herausgeber hat es hier
                        zum <hi rend="spaced">erstenmale vollständig</hi> abdrucken lassen. v.
                    M.</note></head>
                <p rend="font-family: antiqua" xml:lang="en">Surely 'tis impossible to think too
                    well of him, for he has<lb/> wit enough to call his good nature in question, and
                    good nature<lb/> enough, to make his wit suspected.</p>
                <p>Er hat so viel <term target="#witz">Witz</term>, daß man an seinem guten Herzen
                    zweifeln<lb/> sollte; und ein so gutes Herz, daß man ihm wenig oder keinen Witz
                        <w>zu<lb rend="bindestrich"/>trauen</w> sollte.</p>
                <p>Zeige weder deinen Witz, noch dein gutes Herz in ihrer völligen<lb/> Stärke.
                    Zeigst du zu viel Witz, so wird man dir kein gutes Herz <w>zu<lb rend="bindestrich"/>trauen</w>;
                    zeigst du ein zu gutes Herz, so wird man an deinem Witze<lb/> zweifeln.</p>
                <p xml:lang="en" rend="font-family: antiqua">I am afraid your Ladyship then is one
                    of those dangerous<lb/> Creatures they call She-wits, who are always so mightily
                    taken<lb/> with admiring themselves, that nothing else is worth their<lb/>
                    notice.</p>
                <pb n="37"/>
                <p>Eine Witzlingin; (<hi rend="font-family: antiqua">She &#8212; wit</hi>)
                    vielleicht, daß dieses ein Charakter<lb/> wäre, welcher sich auf dem Theater
                    nicht übel ausnehmen sollte, und<lb/> auf einer ganz andern Seite geschildert
                    werden könnte, als daß er mit<lb/> den gelehrten Weibern des <rs type="person"
                        ref="#moli">Moliere</rs> zu vermengen wäre.</p>
                <p rend="font-family: antiqua" xml:lang="en">I'll have thou whores a day, to keep
                    Love out of my head.</p>
                <p>Du liebst, und deine Liebe ist ernsthaft. Aber deine Umstände
                    <w>er<lb rend="bindestrich"/>lauben</w> es nicht, einer ernsthaften Liebe nachzuhängen. Nun wohl
                    suche<lb/> dich ihrer zu entschlagen. Vermeide, flieh den dich bezaubernden
                        <w>Gegen<lb rend="bindestrich"/>stand</w>. Du fliehst ihn umsonst? Sein Bild verfolgt dich
                    überall? So<lb/> versuch etwas anders; versenke dich in Geschäfte; besetze jeden
                    Augenblick<lb/> mit ernsthaften Arbeiten. Auch das ist vergebens? Nun wohl, so
                    wage<lb/> das letzte; suche Hülfe bey den lustigen Schwestern des Mitleids, die
                    du<lb/> genießen kannst, ohne sie zu lieben. Laß auf einen wollüstigen
                    Genuß<lb/> den andern folgen. Aber wie? Deine Göttin hat sich deiner so
                        <w>bemäch<lb rend="bindestrich"/>tiget</w>, daß es dich ein Verbrechen dünkt, in den Armen
                    einer andern die<lb/> Entzückungen zu genießen, die du so gern in den ihrigen
                    genießen <w>möch<lb rend="bindestrich"/>test</w>? Wirklich? Je nun so heyrathe sie; allen es
                    verwehrenden <w>Umstän<lb rend="bindestrich"/>den</w> zu Trotze heyrathe sie; oder mache dich
                    gefaßt, das nächste Jahr im<lb/> Tollhause zu seyn.</p>
                <p>Vortrefliche Moral, Schwachheiten durch Laster vermeiden lehren.</p>
                <p rend="font-family: antiqua" xml:lang="en">His father was as obscure, as his
                    Mother publick; every body<lb/> know her, and no body could guess at him.</p>
                <p>In dem zweyten Acte läßt der Dichter verschiedene Personen stumm<lb/> über das
                    Theater gehen, die ganz und gar keine Verbindung mit dem<lb/> Stücke haben, bloß
                    in der Absicht, durch den Mund des <hi rend="font-family: antiqua">Beaugard</hi> und<lb/>
                    <hi rend="font-family: antiqua">Courtine</hi> einige starke Charaktere zu
                    schildern. Wenn es der Ort des<lb/> Stücks erlaubt, z. E. wenn der Ort eine
                    Straße ist, und sich die <w>an<lb rend="bindestrich"/>dern</w> Umstände dazu schicken, so wollte
                    ich es einem Dichter gern <w>erlau<lb rend="bindestrich"/>ben</w>, ohne zu diesem Kunstgriff seine
                    Zuflucht zu nehmen, als eine oder<lb/> mehr leere Scenen zu machen.</p>
                <p>Prahlereyen zweyer Eisenfresser im 4 Act.</p>
                <sp>
                    <p xml:lang="en" rend="font-family: antiqua">Ah, <hi rend="spaced">Bloody
                        Bones!</hi> Ah, when thou and I commandad that<pb n="38"/> party at the
                        siege of Philipsbourgh! where in the face of the<lb/> Army we took the
                        impenetrable Half-Moon.</p>
                </sp>
                <sp xml:lang="en" rend="font-family: antiqua">
                    <speaker rend="spaced">Blood</speaker>
                    <ab>.</ab>
                    <p>Half-Moon,<lb/> Sir! by your favour 't was a whole moon.</p>
                </sp>
                <sp xml:lang="en" rend="font-family: antiqua">
                    <speaker rend="spaced">Fourbin</speaker>
                    <ab>.</ab>
                    <p>Brother thou art in the right; 't was a full moon,<lb/> and such a Moon, Sir
                        &#8212;</p>
                </sp>
                <p>Die Helden in diesem Stücke sind zwey abgedankte Officiere, und<lb/> das Glück,
                    das der Dichter sie machen läßt besteht darinn, daß der eine<lb/> einen alten
                    Ehekrieppel zum Hahnrey macht, und der andere eine ziemlich<lb/> gute Heyrath
                    thut. Jenes ist die Haupthandlung; dieses die Episode.<lb/> In den drey ersten
                    Acten hat der Dichter die <rs type="bibl" ref="#moliere_ecole">Männerschule</rs> des <rs
                        type="person" ref="#moli">Moliere</rs><lb/> ziemlich geplündert. Die Frau
                    schickt ihrem Liebhaber durch ihren eigenen<lb/> Mann Geschenke und Briefe, so
                    als ob sie ihr von ihrem Liebhaber<lb/> wären geschickt worden, und sie sie ihm
                    blos, mit Bezeigung ihres Haßes,<lb/> wieder einhändigen laßen wollte. Nur daß
                    man bei dem <rs type="person" ref="#moli">Moliere</rs> über<lb/> diese List
                    lachen, und bey dem <rs type="person" ref="#otwa">Otway</rs> sich darüber ärgern
                    muß; weil jener<lb/> sie einem unverheyratheten ungebundenen Frauenzimmer
                    beylegt, und<lb/> dieser sie eine Frau, die durch die heiligsten Bande gebunden
                    ist, <w>aus<lb rend="bindestrich"/>üben</w> läßt. Was dort ein vorgeblicher
                    Betrug ist, wird hier zum Laster.<lb/> Wenn die Engländer überall ihre
                    französischen Originale so encheriren;<lb/> so bringt es ihnen wenig Ehre. Auch
                    der letzte Zug, da der Liebhaber<lb/> bey dem <rs type="person" ref="#moli"
                        >Moliere</rs> für todt geprügelt gehalten wird, ist von dem <w>Eng<lb rend="bindestrich"/>länder</w> auf eine ungeheure Art übertrieben
                    worden. Der eifersüchtige<lb/> Ehemann will ihn durch Meuchelmörder aus dem Wege
                    räumen laßen.<lb/>
                    <hi rend="font-family: antiqua">Sir Jolly Jumble</hi> kartet das Ding so, daß
                    sich des Liebhabers eigener<lb/> Bediente verstellter Weise dazu will brauchen
                    laßen. Dieser nebst einem<lb/> Gehülfen, werden also mit dem Ehemanne des
                    Handels einig. Es heißt,<lb/> sie haben ihren Mord verrichtet, und den todten
                    Körper in des <hi rend="font-family: antiqua">Sir<lb/> Davy Dunce</hi> (so heißt
                    der Ehemann) Haus getragen. Hier muß der<lb/> Liebhaber den Todten spielen. <hi
                        rend="font-family: antiqua">Dunce</hi> ist in tausend Aengsten darüber.<lb/>
                    Jumble giebt den Rath, den Ermordeten in ein warmes Bett neben die<lb/> Frau zu
                    legen, welche versuchen soll, ob noch etwas Leben in ihm ist.<lb/> Dieses läßt
                        <hi rend="font-family: antiqua">Dunce</hi> geschehen, und noch andre Dinge
                    mehr, bis er seine<lb/> Hahnreyschaft gewahr wird, indem er auf eine boshafte
                    Weise, den Mord<lb/> auf <hi rend="font-family: antiqua">Jumble</hi> schieben
                    will.</p>
                <p>Der Charakter des <hi rend="font-family: antiqua">Sir Jolly Jumble</hi> ist
                    originel. Ein alter Bock,<pb n="39"/> der selbst nicht mehr sündigen kann,
                    aber sich ein Vergnügen daraus<lb/> macht Ehebruch und Huhrerey zu befördern.
                    Und nur mit <w>Heyraths<lb rend="bindestrich"/>stiftungen</w>, will er
                    durchaus nichts zu thun haben. Siehe die Stelle im<lb/>
                    <rs type="bibl" rend="font-family: antiqua" ref="#otway_soldiers_1695">4 Act. p. 30.</rs></p>
                <sp rend="font-family: antiqua">
                    <speaker rend="spaced">Beaugard</speaker>
                    <ab>.</ab>
                    <p>Look you, Sir Jolly, all things consider'd, it<lb/> may make a shift to come
                        to a Mariage in time.</p>
                </sp>
                <sp rend="font-family: antiqua">
                    <speaker rend="spaced">Sir Jolly</speaker>
                    <ab>.</ab>
                    <p>I'll have nothing to do in it; I won't be seen<lb/> in the business of
                        Matrimony; make me a Match-maker? et filthy<lb/> marriage-Broker! Sir I
                        scorn, I know better things: look you<lb/> Friend; to carry her a Letter
                        from you or so, upon good Terms,<lb/> though it be in a Church I'll deliver
                        it; or when the business is<lb/> come an issue, if I may bring you hand
                        somely together, and so<lb/> forth, I'll serve thee with all my Soul, and
                        thank thee into the<lb/> bargain; thank thee heartily, dear Rogue; I will
                        you little Cock-<lb/> Sparrow, faith and troth I will; but no Matrimony
                        Friend, I'll<lb/> have nothing to do with Matrimony; 'tis a damn'd
                        invention, worse<lb/> than a Monopoly, and a destroges of Civil
                        Correspondence.</p>
                </sp>
                <p>Die Scene im 4 Act, wo die beyden verstellten Meuchelmörder<lb/> mit dem <hi
                        rend="font-family: antiqua">Dunce</hi> den Handel schließen, ist
                    abscheulich: und ihre mörderischen<lb/> Prahlereyen sind so ekel als gottlos.
                    Der Eine stellt sich sogar vor <w>Blut<lb rend="bindestrich"/>gier</w> rasend,
                    und sagt in dieser Raserey Dinge, die man ohne Schauer<lb/> unmöglich hören
                    kann. Sie hatten für den Mord 200 Pfund und ihn<lb/> rechtschaffen auszuprügeln
                    100 Pfund gefordert. Darauf sagt</p>
                <sp rend="font-family: antiqua">
                    <speaker rend="spaced">Dunce</speaker>
                    <ab>:</ab>
                    <p>What one hundred pounds! Sure the Devil's in you,<lb/> or you would not be so
                        unconscionable.</p>
                </sp>
                <sp rend="font-family: antiqua">
                    <speaker rend="spaced">Bloody-Bones</speaker>
                    <ab>.</ab>
                    <p>The Devil? where? where is the Devil?<lb/> Schew ne: I'll tell thee Beelzebub
                        thou hast broke thy Convenant,<lb/> didot thou not promise me eternal
                        Plenty, when I resign'd my<lb/> Soul to thy allurements?</p>
                </sp>
                <sp rend="font-family: antiqua">
                    <speaker rend="spaced">Sir Davy Dunce</speaker>
                    <ab>.</ab>
                    <p>Ah Lord!</p>
                </sp>
                <sp rend="font-family: antiqua">
                    <speaker rend="spaced">Blood</speaker>
                    <ab>:</ab>
                    <p>Touch
                        ne
                        not yet; I ve yet ten thousand Murders to<lb/> act before I'm thine: with
                        all those sins I'll come with full <w>damna<lb rend="bindestrich"/>tion</w> to thy Caverns of endless Pain, and howl with thee for ever.</p>
                </sp>
                <p>Dieses <rs type="bibl" ref="#otway_soldiers_1695">Lustspiel</rs> ist gedruckt zu London 1695 in 4° (<hi
                        rend="font-family: antiqua">acted by this <w>Ma<lb rend="bindestrich"/>jesties</w> Servants at the Theatre Royal, the Third
                    Edition</hi>)
                    Auf dem<lb/> Titel stehen die Verse, (aus dem <rs type="person" ref="#mart"
                        >Martial</rs>, wenn ich mich recht
                        erinnre)<pb n="40"/><quote
                        rend="font-family: antiqua">
                        <l>Quem recitas meus est, o Fidentine, libellus;</l>
                        <l>Sed male cum recitas incipit esse tuus.</l>
                    </quote></p>
                <p>Ohne Zweifel, daß <rs type="person" ref="#otwa">Otway</rs> mit der Vorstellung
                    nicht allzuwohl <w>zu<lb rend="bindestrich"/>frieden</w> gewesen.</p>
            </div>
        </body>
    </text>
</TEI>

